Ein Glas Wein und Politik
T. Nägele, A. Schütte, F. Werner, M. Brecht und M. Haaß auf dem Weingut Nägele an der Traubenannahmestelle (Foto: S. Brecht)Der CDU Gemeindeverband Angelbachtal lud die Bürger zu einem Glas Wein mit Albrecht Schütte MdL ins Weingut Nägele ein. Zunächst bekamen der Landtagsabgeordnete Schütte, seine Zweitkandidatin Stephanie Brecht, Bürgermeister Frank Werner sowie dessen Stellvertreter Markus Haaß eine Führung durch Gutsbesitzer Tobias Nägele. Die Besucher erhielten Einblicke in den Holzfasskeller, die Edelstahlbehälter und den Platz der Traubenannahme, der in der Saison rund sechs Wochen in Betrieb ist. Nägele beschrieb, dass sie das Weingut 2023 übernommen haben und nun alle Arbeiten an einem Ort seien. Ein zweites Standbein seien zwei Tinyhäuser, die eine Firma als Ferienhäuser auf ihr Grundstück stellte. Nägeles freuen sich als ganze Familie über die gute Aufnahme in Angelbachtal. Gerne sind sie bei den sogenannten Win & Gin-Walks zwei Mal im Jahr dabei, ebenso auf vielen weiteren Events in Angelbachtal.
Mit Beginn der öffentlichen Veranstaltung um 18 Uhr war die sehr liebevoll dekorierte Weinschenke gut gefüllt mit interessierten Besuchern. Nach der Begrüßung durch die Co-Vorsitzenden Lukas Del Monego und Christian Kurz zog Schütte Bilanz zu politischen Prozessen. Er erläuterte, wie langwierige Verhandlungen und zahlreiche Gespräche nötig sind, bis Anträge überhaupt in die Zeitung gelangen. Politische Arbeit verstehe er als Zusammenarbeit vor Ort: Nur durch direkten Kontakt mit Bürgermeistern und Ortsvorständen könne er Anliegen in den Landtag transportieren. Die enge Kooperation mit Angelbachtals Bürgermeister Frank Werner, der zeitgleich durch seinen Vorsitz der CDU-Fraktion im Kreistag des Rhein-Neckar Kreises einen großen Einfluss habe, betonte Schütte ebenfalls und lobte dessen Engagement für seine Gemeinde. Die Zusammenarbeit sei hervorragend.
Inhaltlich ging Schütte auch auf aktuelle bundes- und landespolitische Themen ein. Er warnte vor der AfD und deren Umdeutung der Gesellschaft, betonte den Mut von Manuel Hagel bei der Kooperation der Universitätsklinika in Heidelberg und Mannheim und hob die Bedeutung der technischen Entwicklung in Baden-Württemberg hervor.
Perspektivisch müsse Baden-Württemberg sowohl wissenschaftlich als auch handwerklich stark aufgestellt sein. „Die künstliche Intelligenz kann wissenschaftliche Auswertungen, aber keine Installation im Bad übernehmen“, so Schütte. Ein klares Bekenntnis setzte er zur frühkindlichen Bildung: Kinder müssten zunächst Deutschkenntnisse erwerben, bevor sie in die Schule kommen.
In der Fragerunde wurde die verbindliche Grundschulempfehlung angesprochen. Ziel sei es, dass die Kinder wieder in die Schule kommen, in der sie am besten gefördert werden könnten, so Schütte. Für das Gymnasium habe man das in der jetzigen Koalition erreicht. Weitere Schritte werde die CDU in die Koalitionsverhandlungen einbringen. Auf die Nachfrage zum Bürokratieabbau informierte Schütte, was sich schon getan habe. So seien für die Gemeinden deutliche Erleichterungen bei der Vergabe erreicht worden und mit dem Regelungsbefreiungsgesetz könne vom Landesrecht auf Antrag abgewichen werden, um Bürokratie zu reduzieren. Allerdings seien dies nur allerersten Schritte. Ziel sei es in den nächsten fünf Jahren, in diese Richtung weiter zu gehen und 10 % des Personals in der Verwaltung abzubauen.
Schütte ging noch auf weitere Fragen des Publikums ein. Nach rund zweieinhalb Stunden bedankte Bürgermeister Werner sich bei Dr. Albrecht Schütte für die gute Zusammenarbeit. Die Co-Vorsitzenden bedankten sich abschließend mit einer Flasche Wein des Weinguts Nägele für den Landtagsabgeordneten. Das Publikum diskutierte anschließend weiter bei Gesprächen am Tisch.
(Text: Stephanie Brecht)