„Glasfasertechnik bringt zukunftsnotwendige Hochgeschwindigkeit“
Donnerstag, den 08. September 2016 um 09:30 Uhr

Dr. Albrecht Schütte MdL führte Gespräch mit dem Zweckverband „Fibernet.rn“ des Rhein-Neckar-Kreises zum Breitbandausbau

Dr. Albrecht Schütte MdL (rechts im Bild) im Gespräch mit Peter Mülbaier (Geschäftsführer von Fibernet / Bildmitte) und Werner Riek (Technischer Leiter von Fibernet / links im Bild)

„Die Planungen für den Ausbau eines leistungsfähigen Breitbandnetzes im Rhein-Neckar-Kreis laufen auf Hochtouren“, sagte der Geschäftsführer des Zweckverbandes „Fibernet.rn“, Peter Mülbaier, im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten des Wahlkreises Sinsheim, Dr. Albrecht Schütte. Er machte aber auch schnell klar, dass es sich hierbei um eine Mammutaufgabe handele: „Das Projekt ist auf eine Laufzeit von ca. 25 Jahren ausgelegt.“ Dr. Schütte informierte sich im Rahmen seiner Sommertour über die aktuellen Entwicklungen des Mega-Themas Breitbandvernetzung. „Mich interessieren die genauen Zusammenhänge, denn in der Bevölkerung ist der Informationsbedarf riesig“, sagte der CDU-Abgeordnete.

"Eine schnelle Internetanbindung ist schon heute eines der wichtigsten Kriterien bei Standortentscheidungen von Unternehmen, aber ebenso beim Zuzug in unsere Städte und Gemeinden“, so der Abgeordnete. „Daher sind 25 Jahre viel zu lang, um die Datenkapazität im gesamten Rhein-Neckar-Kreis deutlich zu erhöhen“. Peter Mülbaier bestätigte den Druck: „Es gibt in vielen Orten Software-, IT-Dienstleistungs- und Industrieunternehmen, die auf schnelles Internet angewiesen sind.“. Schütte wisse aus Gesprächen bei Firmen vor Ort um die Bedeutung eines leistungsstarken Internets und ergänzte daher: „Aber auch kleinere Ingenieur- oder Kreativbüros brauchen eine starke Internetleistung, sonst können mobile Daten nicht transportiert werden.“

Ausführlich erläuterten Fibernet-Geschäftsführer Peter Mülbaier und der technische Leiter von Fibernet, Werner Riek, die Rahmenbedingungen. „Grundlage für unsere Tätigkeit war die Gründung des Zweckverbandes mit dem Ziel, alle Kreiskommunen dort zu bündeln und damit ein koordiniertes Vorgehen zu gewährleisten. Das ist Ende 2014 gelungen. Mit Zuwendungen vom Land Baden-Württemberg in Höhe von 50 % haben wir dann eine Machbarkeitsstudie erstellt“, erläuterte Peter Mülbaier.

„Es galt zunächst den Markt zu erkunden – zum Beispiel wo liegen aktuell schon Glasfaser und wo Kupferkabel.“ Peter Mülbaier machte ein zentrales Element beim Ausbau des Breitbandnetzes deutlich: „Die bisher gängigen Transport-Medien, wie beispielsweise Kupferleitungen, stoßen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb setzen wir im Rhein-Neckar-Kreis einzig auf die zukunftsfähige Glasfasertechnik.“

Glasfaser sei die einzige heute absehbare Technologie, die den künftigen Anforderungen der Wirtschaft und der privaten Internetnutzung gerecht werden könne, ergänzte der Physiker Schütte, wohl wissend, dass das Land Baden-Württemberg genau deshalb nur in diesem Bereich Fördergelder verteile. Dem Rhein-Neckar-Kreis sei es zudem ein zentrales Anliegen, dass das Netz von den verschiedensten Anbietern genutzt werden könne, um den Endkunden zu versorgen. „Es ist wichtig, dass die Menschen vor Ort zwischen allen Internet- und Medienanbietern wählen können und nicht von einem Unternehmen – beispielsweise der Telekom – abhängig sind“, machte Mülbaier klar.

Für Dr. Albrecht Schütte waren dann vor allem konkrete Fragen von zentraler Bedeutung: „Wie geht es jetzt weiter? Wann haben wir die ersten schnellen Strukturen im Wahlkreis Sinsheim realisiert?“ „Es gibt sie bereits“, sagte Peter Mülbaier. In und um Schönbrunn – wo das Pilotprojekt des Verbandes gestartet ist – gebe es teilweise bereits leistungsstarkes Internet. Zum einen sei hier der „Backbone“ als zentrale Verbindung erstellt, aber auch bereits die ersten Leitungen bis in die Häuser verlegt. Für weitere Kommunen – der Kreis sei in so genannte „Cluster“ aufgeteilt– wäre der Backbone bereits geplant und befände sich gerade in der Ausschreibungsphase.

„Leider sind zahlreiche rechtliche und steuerliche Vorgaben zu beachten, die es erst auszuloten galt“, so der Geschäftsführer von „Firbernet.rn“, „außerdem warten wir auf die Bescheide der Förderanträge.“ Erst dann könne der Verband die Fasern verlegen. In den einzelnen Kommunen werde es dann bis Ende nächsten Jahres mindestens zwei Verteiler-Anschlüsse geben, die gewährleisten, dass die Gemeinde an das Hochleistungsnetz (Backbone) angeschlossen sein werde. In einem zweiten Schritt hätte dann die Gemeinde dafür Sorge zu tragen, dass die Verteilung „zur Bordsteinkante“ erfolgt.

Die innerörtlichen Feinplanungen dazu werden bis Ende 2018 vorliegen. Erst dann könne es mit der Verlegung der Kabel losgehen. Meist würden dabei Straßensanierungsarbeiten oder ähnliches genutzt werden, um die Kabel kostensparend mitzuverlegen. „Sehr wichtig ist dabei, dass die Bürgerinnen und Bürger auch gleich die Verlegung von der Bordsteinkante bis in die Gebäude übernehmen.“, waren sich alle drei Gesprächsteilnehmer einig. Nachträglich würde dieser Anschluss um einiges teurer werden.

„Unser Gespräch hat gezeigt, dass es viele unterschiedliche Facetten beim Breitbandausbau zu beachten gilt. Klar ist aber, das Projekt wird hier ehrgeizig und kompetent vorangebracht“, sagte Dr. Albrecht Schütte und fügte abschließend hinzu: „Jetzt gilt es, die Menschen – in den kommunalen Gremien – für die Bedeutung des Breitbandnetzes und dessen Notwendigkeit für Unternehmen und private Haushalte, zu sensibilisieren."

Bildunterschrift: Dr. Albrecht Schütte MdL (rechts im Bild) im Gespräch mit Peter Mülbaier (Geschäftsführer von Fibernet / Bildmitte) und Werner Riek (Technischer Leiter von Fibernet / links im Bild)