Die Chancen der Digitalisierung nutzen
Freitag, den 20. April 2018 um 06:45 Uhr

Frühlingsempfang des Landtagsabgeordneten Dr. Albrecht Schütte mit Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL

Neckarbischofsheim. Eine sehr gute Resonanz fand der diesjährige Frühlingsempfang des Landtagsabgeordneten Dr. Albrecht Schütte (Wahlkreis Sinsheim/CDU), der in den Räumlichkeiten der Druckerei Ziegler GmbH & CO. KG in den Auwiesen stattfand. Schütte war es gelungen, die baden-württembergische Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL als Rednerin zu dem Thema „Wirtschaft 4.0 - Eine Vision für Baden-Württemberg“ zu gewinnen.

Diplomingenieurin Angela Strein, Geschäftsführerin von Ziegler Crossmedia Experts, hieß seitens ihres Familienunternehmens die zahlreichen Gäste aus der Politik und der Wirtschaft – unter ihnen auch die Landtagsabgeordnete Claudia Martin (CDU) sowie die Bürgermeister Wolfgang Jürriens (Helmstadt-Bargen), Joachim Bösenecker (Epfenbach) und Joachim Locher (Waibstadt) – herzlich willkommen.

„Die Druckerei Ziegler wurde von meinem Ururgroßvater Carl Ziegler im Jahre 1879 in Neckarbischofsheim gegründet und wird nun von mir in fünfter Generation geführt“, so Strein, welche die Historie der Druckbranche von der Erfindung des Buchdrucks bis hin zum Übergang der industriellen Massenproduktion darstellte. Jede Weiterentwicklung hätte einen höheren Automatisierungsgrad mit sich gebracht, besonders die Digitalisierung habe großen Einfluss hierauf gehabt. Heute könne man den Kunden nicht nur gedruckte Produkte, sondern auch digitale Lösungen anbieten: „Der Weg vom reinen Produktdienstleister hin zum crossmedialen Unternehmen ist bereitet.“

Bürgermeisterin Tanja Grether freute sich über den hohen Besuch in Neckarbischofsheim und fügte an: „Eine Wirtschaftsministerin hatten wir in unserem beschaulichen Städtchen noch nie zu Gast“. Grether informierte über „die kleine Stadt im ländlichen Raum“, zu deren herausragenden Merkmalen sie beispielsweise das Adolf-Schmitthenner-Gymnasium, die Krebsbachtalbahn und eines der schönsten Trauzimmer in ganz Baden-Württemberg zählte. „Wir haben mit rund 4.000 Einwohnern die typischen Probleme einer Kommune dieser Größe, unsere Finanzausstattung ist unzureichend. Die Regionalplanung sollte auch uns kleinen Kommunen die Möglichkeit lassen, uns weiter zu entwickeln und Gewerbegebiete auszuweisen.“ Zudem sei auch die Anbindung an das schnelle Internet von besonderer Wichtigkeit.

Hoffmeister-Kraut machte im Rahmen ihrer Ausführungen vor rund 100 Besuchern deutlich, dass es oberste Priorität der Landesregierung sei, die digitale Infrastruktur so schnell wie möglich auszubauen: „Wir werden in dieser Legislaturperiode eine Milliarde Euro für Projekte zur Verfügung stellen und keinen Antrag ablehnen. Ein Großteil davon fließt in den Breitbandausbau, aber auch der Mobilfunk soll verbessert werden. Wir können keine Wunder bewirken, aber wir sind an den Themen dran.“

Baden-Württemberg sei das einzige Bundesland, das mit dem Innenministerium ein eigenes Ministerium habe, das alle Digitalisierungsaktivitäten im Land bündle: „Wir haben erkannt, wie wichtig dieses Thema ist und müssen uns zukunftsorientiert aufstellen.“ Die Digitalisierung werde zu Recht als „vierte industrielle Revolution“ bezeichnet. Man befinde sich mitten in der Entwicklung der Digitalisierung, die Gesellschaft und Wirtschaft wandeln werde. Die Geschwindigkeit sei rasant, besonders wenn man bedenke, dass das Smartphone, das „unsere Art zu leben, zu kommunizieren und zu arbeiten“ verändert habe, erst vor rund 10 Jahren auf den Markt gekommen sei.

„Die Digitalisierung ist auch deswegen so erfolgreich, weil sie die Lebensqualität in vielen Bereichen enorm verbessern wird“, so die Wirtschaftsministerin mit Blick auf Roboter als Haushaltshilfen, auf die Fortschritte in der Medizin und die künstliche Intelligenz. Bezugnehmend auf die Automobilbranche führte sie aus: „Keiner kann heute sagen, was der Antrieb der Zukunft sein wird. Klar ist: Wir brauchen den Verbrennungsmotor noch lange. Die große Frage wird sein, wer das System des autonomen Fahrens beherrschen wird.“ Hoffmeister-Kraut: „Jede industrielle Revolution hat auf lange Sicht mehr Arbeitsplätze geschaffen. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist Bildung, Bildung und noch mehr Bildung“. Sie habe es sich auf die Fahne geschrieben, gerade die duale Ausbildung zu stärken. Baden-Württemberg sei ein starkes Industrieland: „Die Chancen der Digitalisierung müssen genutzt werden, damit wir nicht den Anschluss an andere Länder verpassen.“

Dr. Albrecht Schütte MdL hatte eingangs den Frühlingsempfang mit einem Grußwort eröffnet und der Wirtschaftsministerin zugerufen, dass es „hier in der Kurpfalz nicht nur eine schöne Landschaft gebe, sondern auch viele erfolgreiche Unternehmen: Der Rhein-Neckar-Kreis ist eine sehr innovative Region.“ Schütte bedankte sich zum Abschluss auch im Namen des CDU-Vorsitzenden Rüdiger Knapp bei Hoffmeister-Kraut, mit der er einen Rundgang durch die Druckerei unternommen hatte, für ihren Besuch in seinem Wahlkreis. „Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut ist eine Frau, die aus der Wirtschaft kommt, die weiß, worauf es in der Wirtschaft ankommt und welche Wünsche, Sorgen und Nöte die mittelständischen Unternehmen haben“, sagte der CDU-Abgeordnete. (Text/Fotos: Matthias Busse)