Sanierungsmaßnahmen in Eberbach besichtigt
Montag, den 07. August 2017 um 15:35 Uhr

Staatssekretärin Katrin Schütz mit MdL Dr. Albrecht Schütte beim Vor-Ort-Termin in Eberbach

Auf dem Foto von links nach rechts: Stadtbaumeister Steffen Koch, Staatssekretärin Katrin Schütz, Dr. Albrecht Schütte MdL, stellvertr. Bürgermeister Michael Reinig und Gemeinderat und CDU-Vorsitzender Georg Hellmuth.

Eberbach. Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Dr. Albrecht Schütte (CDU) traf sich die Staatssekretärin des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Katrin Schütz, mit Vertretern des Rathauses Eberbach zu einem Vor-Ort-Termin, um die umgesetzten und geplanten Maßnahmen, die aus dem Landessanierungsprogramms gefördert werden, zu besichtigen.

Stadtbaumeister Steffen Koch stellte die im Rahmen des Landessanierungsprogramms bereits durchgeführten kommunalen sowie geförderten Privatmaßnahmen sowie die noch geplanten Maßnahmen vor. So berichtete er von der abgeschlossenen Maßnahme im Sanierungsgebiet Neckarstraße, welches bereits seit 1999 Teil des Sanierungsprogramms sei. Insgesamt wurden dort auf einer Fläche von vier Hektar 27 Grundstücke erworben.

Im Rahmen der Neuordnung des Quartiers entstand ein ca. 2 700m² großes Grundstück, das an einen Investor veräußert und von diesem mit der altersgerechten Wohnanlage „Rosenturmquartier“ in Anlehnung an einen im Jahr 2008 durchgeführten städtebaulichen Wettbewerb bebaut wurde. Mit der Bebauung konnten ca. 30 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe sowie zwei Arztpraxen realisiert werden. Weiterhin wurde vom Investor in Zusammenarbeit mit der Stadt Eberbach eine Parkebene mit 37 öffentlichen Stellplätzen realisiert. Dies trage wesentlich zur Entspannung der Parkplatzsituation in der Innenstadt bei.

Die oft komplizierten Verhandlungen über mehrere Jahre hätten sich gelohnt, stellte Koch fest. Zusätzlich wurden entstandene Baulücken geschlossen. Besonders stolz sei man auf die hohe Zahl an privaten Investitionen. Insgesamt 31 private Sanierungsmaßnahmen konnten mit über 600.000 Euro an Kostenerstattungsbeiträgen gefördert werden. Das derzeit noch laufende Sanierungsgebiet Güterbahnhofstraße wurde zum dritten Mal verlängert. 2012 wurde ein städtebauliches Entwicklungskonzept erstellt, welches sich dynamisch entwickelt und nun fortgeschrieben wird. So wurden neben umfangreichen Ordnungsmaßnahmen nebst geförderter Umsiedelung eines Produktionsbetriebs beispielsweise ein Fußgängersteg über die Bahngleise saniert. Im Sanierungsgebiet seien nun noch mehrere Abrissmaßnahmen bis zum Ende des Sanierungszeitraums im April 2019 vorgesehen, u.a. um Flächen zur Sanierung und Erweiterung der Feuerwehr zu generieren, so der Stadtbaumeister.

Auf dem freigelegten Gelände des umgesiedelten Produktionsbetriebs, welches fußläufig vom Bahnhof erreichbar ist, sollen die neuen Räumlichkeiten für einen Kindergarten gebaut werden. Dieser wäre dann für pendelnde Eltern gut erreichbar, lobte Albrecht Schütte. Bis 2019 soll ein neues Wohngebiet im direkten Anschluss an das Sanierungsgebiet erschlossen werden. Die hierfür notwendige Stützmauer für die Erschließungsstraße wurde als Ingenieurbauwerk gefördert.

Gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister Michael Reinig sowie Gemeinderat Georg Hellmuth (CDU) wurden auf einem Rundgang die Maßnahmen besichtigt. Dabei zeigte sich Staatssekretärin Schütz beeindruckt von dem Engagement der Stadt. „Der große Vorteil des Landessanierungsprogramms liegt in der Flexibilität“, so die Staatssekretärin. „Die Gemeinden wissen am besten, welche Maßnahmen gerade notwendig sind und wo etwas getan werden muss. Das Programm gibt den Kommunen vor Ort den nötigen Spielraum, um auf den Bedarf zu reagieren“.

Bei der Besichtigung des sanierten Stegs über die Bahngleise kam Stadtbaumeister Koch auf die Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn zu sprechen. Da insbesondere auch Bahnfahrende vom Steg über die Gleise profitieren, habe die Stadt nur eine Förderzusage in Höhe von 50% der Kosten zur Sanierung des Stegs vom Regierungspräsidium Karlsruhe erhalten, da dieser nicht ausschließlich der Stadt Eberbach, sondern auch der DB nutzt. Die Bahn ist jedoch nicht bereit, sich an den Sanierungskosten zu beteiligen. Hier bestehe Gesprächsbedarf.

Ein weiteres Projekt im Sanierungsgebiet sei die Errichtung eins Parkdecks direkt am Bahnhof insbesondere um Pendlern den Umstieg auf den ÖPNV zu erleichtern. Die Vorplanungen laufen bereits, jedoch kann es hier zu zeitlichen Problemen hinsichtlich der Realisierung innerhalb des Sanierungszeitraums kommen. Der Wunsch, den Sanierungszeitraum gegebenenfalls nochmals zu verlängern wurde bereits gegenüber dem zuständigen Sachbearbeiter des RP Karlsruhe während eines Ortstermins in Eberbach geäußert und wird nun von Stadtbaumeister Koch nochmal erneuert. Abschließend bedankten sich die Vertreter der Stadt bei der Staatssekretärin und dem Landtagsabgeordneten für den gemeinsamen Besichtigungstermin.

Der CDU-Abgeordnete Albrecht Schütte betonte zum Schluss: „Mit dem Landessanierungsprogramm können städtebauliche Missstände beseitigt werden und sowohl Gemeinden als auch Privatpersonen können notwendige Sanierungsmaßnahmen durchführen. Es ist mir sehr wichtig, die Gemeinden bei ihren Anliegen und Planungen zu unterstützen und zu begleiten. Deshalb stehe ich in engem Kontakt mit den Bürgermeistern und Gemeinderäten und lege Wert auf regelmäßige Besuche vor Ort“. (Text/Fotos: Manuela Heyd)

Auf dem ersten Foto von links nach rechts:
Stadtbaumeister Steffen Koch, Staatssekretärin Katrin Schütz, Dr. Albrecht Schütte MdL, stellvertr. Bürgermeister Michael Reinig und Gemeinderat und CDU-Vorsitzender Georg Hellmuth.